Xiaomi Mi Band 4 Test: der neue Fitness-Tracker im Check

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Bereits das Vorgängermodell (das Xiaomi Mi Band 3) hatte ich im Test gehabt. Dieses hat sehr gut abgeschnitten und ist mein Favorit gewesen bei den günstigen Fitness-Trackern. Deshalb habe ich mich sehr auf das Erscheinen des Xiaomi Mi Band 4 gefreut. In diesem Testbericht schaue ich mir Funktionen und Messgenauigkeit des neuen Fitness-Armband genau an.

Der Lieferumfang beim Xiaomi Mi Band 4
Der Lieferumfang beim Xiaomi Mi Band 4

Den neue Fitness-Tracker bekommt man bereits für weniger als 40 €. Für mein Test-Armband habe ich 38,99 € bezahlt. Ich habe den Tracker gleich in der europäischen Version gekauft, da es sonst manchmal zu Problemen bei der Umstellung der Sprache und Update der Firmware kommt.

Denn tatsächlich bekommt man den Xiaomi Fitness-Tracker auch für ein paar Euro weniger, aber dann eben in der chinesischen Version. Davon würde ich persönlich abraten. Der Versand erfolgt dann meist auch aus China und man wartet dann ein paar Wochen, ob irgendwann mal der Tracker ankommt. Ich persönlich habe damit in der Vergangenheit leider keine guten Erfahrungen gemacht und verzichtet deshalb wegen ein paar Euro auf solche Bestellungen. Aber das muss natürlich jeder selber wissen.

Das Xiaomi Mi Band 4 wurde den Händlern bereits bei Markteinführung aus den Händen gerissen. Wie das Vorgängermodell wurde auch dieser Tracker sehnsüchtig von den Kunden erwartet. Kennt man sich ein wenig mit günstigen Modellen aus, dann weiß man warum. Denn meistens bekommt man nicht besonders viel für sein Geld.

Das ist eben bei den Fitness-Armbändern von Xiaomi anders. Hier bekommt man für wenig Geld tatsächlich einen guten Tracker. Aber das neue Armband muss das natürlich in meinem Test noch unter Beweis stellen.

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Lieferumfang und Design

Im Lieferumfang findet sich wieder das Silikonarmband und der ovale Fitness-Tracker mit einem USB-Ladegerät. Dazu eine Kurzanleitung, um den Tracker einzurichten. Das Design ist weiterhin schlicht gehalten. Allerdings sieht der Tracker durch das neue AMOLED-Farbdisplay jetzt einfach viel hochwertiger aus. Der Vorgänger war noch monochrom. Dazu später mehr.

Meiner Meinung nach ist das Design funktionell und schlicht. Kein Tracker zum angeben. Allerdings dürfte das auch nicht die Zielgruppe des chinesischen Unternehmens sein. Denn das Armband zielt ganz klar auf Kunden ab, die nur die Funktionen und die Messung interessiert. Denn dafür kommt man bekommt man bei diesem Modell viel für wenig Geld. Schauen wir uns aber später noch genauer an.

Einrichtung des Mi Band 4

Das Xiaomi Armband kommt bereits bei mir vorgeladen an und hat noch fast 50% Akkuladung. Damit kann ich gleich loslegen. Für die Einrichtung des Trackers muss die MiFit-App auf dem Smartphone installiert werden und Bluetooth aktiviert werden. Um die Einrichtung und Verbindung herzustellen, muss außerdem ein Account angelegt werden mit E-Mail-Adresse und Passwort. Da ich bereits Einen für mein Mi Band 3 hatte, musste ich nichts mehr machen.

Etwas zum Datenschutz

In anderen Testberichten wird das gerade in Deutschland natürlich wieder kritisiert, ist mir persönlich aber völlig unverständlich. Denn für die Nutzung eines Accounts mit historischen Daten ist eben eine E-Mail-Adresse zur Identifikation notwendig. Sonst könnte jeder reinschauen. Außerdem kann man ja eine Free E-Mail-Adresse nehmen, wenn man Angst um seine Identität hat. Dann schmeißt aber gleich das Smartphone weg.

Danach geht es sehr schnell. Das Smartphone verbindet sich mit der MiFit App schnell und problemlos mit dem Tracker und es wird ein Update der Firmware durchgeführt. Dauert bei mir weniger als 2 Minuten. Danach kann es schon losgehen.

Gutes Deutsch im Armband

Auch wenn die Überschrift etwas merkwürdig klingt: was man bei manchen Fitness-Trackern so als deutsche Übersetzung sieht, treibt einem schon die Tränen in die Augen. Wo diese Übersetzer studiert habe frage ich mich manchmal wirklich. Ich denke das hier der Google Transleder verwendet wird, um Software zu lokalisieren. Anders lässt sich die teilweise lächerliche Übersetzung bei Billig-Trackern nicht erklären.

Gute Lokalisierung bei Xiaomi

Das Xiaomi Mi Band 3 war hier schon eine Ausnahme. Mit anständiger Übersetzung im deutschen Menü. Beim Mi Band 4 hat man jetzt eine perfekte Lokalisierung. Nichts zu merken von einem chinesischen Hersteller und schlechter Übersetzungen. Auch die MiFit App ist perfekt auf Deutsch gestaltet. Wirklich nicht die Regel. Das habe ich in zahlreichen Testberichten von günstigen Modellen inzwischen lernen müssen.

Übersetzungen voller Fehler sind beim Xiaomi Mi Band 4 nicht vorhanden. Die Lokalisierung ist perfekt gelungen.

Technische Daten im Überblick

  • Farbe des Armband: Schwarz
  • Display: 0.95 Zoll Display mit 240 x 120 Pixeln Auflösung
  • Display-Typ: AMOLED-Farbdisplay mit Touchscreen
  • Kompatibilität mit iPhone: ab iOS 9.01 aufwärts
  • Kompatibilität mit Android Smartphones: ab Android 4.4 aufwärts
  • Schnittstellen zum Smartphone: Bluetooth 5.0
  • Herzfrequenzmessung (Pulsmessung: optischer Pulssensor am Armband)
  • Wichtigste Funktionen: Herzfrequenz-bzw. Pulsmessung, Schrittzähler und Distanzmessung, Schlafmonitoring, Aufzeichnung von Sportarten und Aktivitäten
  • sonstige Funktionen: Weckfunktion, Benachrichtigungsfunktion bei Anrufen, SMS und App-Benachrichtigungen. Funktioniert bei iPhones und Android Smartphones. Welche App-Benachrichtigungen weitergeleitet werden, kann man in der MiFit App einstellen
  • Akkulaufzeit: bei mir im Test 20 Tage
  • Material: Armband aus Silikon und Tracker aus Kunststoff
  • Abmessungen des Trackers ohne Armband: 17,9 x 46,9 x 12 mm
  • Armband-Breite: 18 mm
  • Armband-Länge 21,6 cm
  • Gewicht mit Armband 22,2 g (von mir gewogen)
  • Als Schwimmtracker geeignet: wasserdicht bis 50 m und Schwimmen als Sportart enthalten
  • Besondere Merkmale: Armband kann gewechselt werden. Inzwischen gibt es Austausch-Armbänder in verschiedenen Designs von Drittanbietern.
  • Motivationsfunktion: Ja, als Nutzer wird man bei Inaktivität alarmiert

Das Display im Test

AMOLED-Display Xiaomi Mi Band 4
Das neue AMOLED-Display hat eine glasklare Anzeige

Das mit Spannung erwartete Highlight des Xiaomi Mi Band 4 war für mich das neue AMOLED-Farbdisplay. Denn das Vorgängermodell war noch monochrom. Mit der neuen farbigen Darstellung sieht das Armband jetzt einfach noch viel besser aus. Außerdem ist die Lesbarkeit auch bei Sonneneinstrahlung viel besser geworden.

Im Vergleich zum Mi Band 3 ist das Display auch deutlich größer geworden. Waren es beim Vorgänger noch 0,78 Zoll, so sind es beim Mi Band 4 nun 0,95 Zoll.

Handhabung und Bedienung des Displays im Video

Watchfaces ändern in der App

Über die MiFit App kann man tatsächlich weitere Screens herunterladen. Darunter versteht man Watchfaces, um dem Tracker ein anderes Aussehen zu geben. In der App wird das als „Bandanzeigen“ bezeichnet. Nun gut, ich gebe zu diese Übersetzung ist vielleicht nicht so perfekt.

In der Mi Fit App können zahlreiche Designs für das Armband heruntergeladen werden.

Mit den verschiedenen Themes für das Mi Band 4 macht man einen weiteren Schritt in den Bereich der Premium-Tracker von Fitbit und Garmin. Denn das konnte bisher kein günstiger Tracker bieten. Später schauen wir uns noch einige der Screens genauer an.

Scharfe Darstellung mit hohem Kontrast

Mit den 0,95 Zoll und der Auflösung von 240 x 120 Pixel bietet das AMOLED-Farbdisplay eine scharfe Darstellung der Informationen mit hohem Kontrast. Jetzt können die Infos beim Laufen oder Radfahren in der Sonne besser abgelesen werden. Das war tatsächlich eine kleine Einschränkung beim Mi Band 3.

Das Armband im Check

Beim Armband handelt es sich um ein einfaches Silikonarmband, das wie beim Vorgänger angenehm auf der Haut zu tragen ist. Zum Glück gibt es ein paar Drittanbieter, die etwas dickere Armbänder aus verschiedenen Materialien anbieten. Dazu gehört TPU, Metall oder Leder. Wer also Wert auf das Aussehen legt, der soll sich hier mal umschauen.

Das Armband ist sehr angenehm zu tragen

Den Druckverschluss finde ich persönlich sehr praktisch. Bei mir hat er sich nie geöffnet. Mich nerven immer diese Uhrenarmbänder bei Fitness-Armbändern. Aber das mag Geschmacksache sein.

Die MiFit App – ziemlich gut

Da Worte nicht so viel sagen wie ein Video, habe ich Dir ein Video über die MiFit App gemacht. Das gab es bisher nur in Englisch und ich habe das ganze mal in Deutsch gemacht. Denn für mich ist die App tatsächlich die mit Abstand beste unter den günstigen Trackern. Die meisten Billig-Tracker greifen hier auf die VerifyFitPro-App zurück, die allerdings nicht annähernd so gut ist wie die App von Xiaomi.

MiFit App Aktivitätsübersicht
Die Übersicht der Aktivitäten am Tag (wird dauerhaft gespeichert)

iOS und Android Versionen

Die App gibt es für iOS und Android. So können auch iPhone Besitzer das Mi Band 4 benutzen. Natürlich kommt die App nicht an die Fitbit-App oder Garmin App heran, aber hier muss man eben immer das Preis-Leistungs-Verhältnis sehen. Für mich bietet sie alle Optionen, die ich persönlich brauche.

Usability in meinem Test: befriedigend

Bei der Usability muss man tatsächlich etwas Abstriche gegenüber der Fitbit-App, Garmin oder auch Huawei Fit App machen, aber hat man einmal den Dreh raus, dann ist es sehr intuitiv. Am Anfang tut man sich etwas schwerer als bei Apps von teureren Konkurrenten.

Werbung in der App

Etwas ausgefallener ist die in der App angezeigten Werbung. Auf der Startseite findet man unter den wichtigsten Daten eine kleine Anzeige. Anscheinend ein Finanzierungsmodell, um den günstigen Preis etwas auszugleichen. Mich persönlich stört die unaufdringliche Anzeige nicht, aber es gibt ja auch Personen, die sowas kategorisch ablehnen.

Trainingseinheiten und Sport beim Mi Band 4

Beginnt man sein Workout, dann muss man die Trainingseinheit manuell starten. Das ist bei allen günstigen Modellen so. Eine automatische Erkennung bieten nur die Premium-Tracker der Marktführer von Fitbit, Garmin und Co.

Direkt auf dem Tracker Workout starten, pausieren und beenden

Sehr gut finde ich die neue Funktion alle verfügbaren Sportarten ohne App direkt auf dem Mi Band 4 zu starten. Das geht bei vielen Billig-Trackern nicht und das Mi Band 3 konnte das auch nicht.

Es wird dann bis 3 runtergezählt und dann kann es losgehen. Eine Besonderheit des Mi Band 4 im Vergleich zu Konkurrenzmodellen ist die Möglichkeit eigene Aktivitäten aufzuzeichnen und dann zu messen. Dafür startet man das entsprechende Aufzeichnungsprogramm und geht dann der entsprechenden Tätigkeit nach. Ich habe das einmal ausprobiert. Eher ein nettes Gadget, als eine ernsthafte Anwendung.

Welche Sportarten sind verfügbar

Denn bei der Auswahl der Sportarten hält sich das Mi Band 4 immer noch zurück. Immer noch sind eigentlich nur die Basissportarten im Armband zu tracken, was natürlich immer noch ein enormer Unterschied zu den teureren Modellen der Konkurrenz ist.

Neu: Schwimmen als Sportart

Das Xiaomi Mi Band 4 ist nun ein echter Schwimmtracker. Das Armband kann die Bahnen zählen, die Anzahl der Schwimmzüge. Dazu wird die Trainingsdauer und die zurückgelegte Distanz berechnet. Dazu berechnet der Tracker sogar den unter Profis verwendeten SWOLF-Wert. Nur auf eine Pulsmessung muss man im Wasser verzichten. Das können aber auch sehr nur teure Schwimmuhren.

Die Liste der Sportarten:

  • Laufen im Freien
  • Laufband
  • Radfahren
  • Schwimmen (im Becken)
  • Training allgemein (Hier wird die Trainingsdauer und dein Puls mit Pulszone angezeigt)

Mein Hinweis: Für das Xiaomi Fitness-Armband gibt es die App „Mi Band Tools„eines Drittanbieters für Android Nutzer. Damit bekommt man ein paar erweiterte Funktionen. Wer sich dafür interessiert, soll sich die App mal genauer anschauen. Kostenpunkt liegt bei 3,60 €.

Informationen während des Trainings

Was mir bei den neuen Xiaomi Tracker sehr gut gefällt, sind die Informationen während der Trainingseinheiten. Hier kann ich beim Laufen ständig die zurückgelegte Wegstrecke, meinen Puls und die Durchschnittsgeschwindigkeit ablesen. Auch die aktuelle Geschwindigkeit wird angezeigt. Beim Training merkt man dann, dass das Display ruhig noch etwas größer sein könnte, um alle Infos schnell zu erkennen. Aber das neue und größere AMOLED-Farbdisplay ist auf jeden Fall eine enorme Verbesserung zum Vorgängermodell.

In der MiFit App sind sehr detaillierte Infos während und nach dem Training verfügbar.

Das ist nicht selbstverständlich, wie Du in zahlreichen Testberichten bei mir nachlesen kannst. Was ich hier schon mit Billig-Trackern erleben durfte, das grenzt schon an Satire. Der Knaller war ein Fitness-Tracker, bei dem das Display sich nach einer halben Sekunde sofort wieder ausgeschaltet hat, wenn es aktiviert wurde. Ein Ablesen der Infos war überhaupt nicht möglich.

Infos und Analysen beim Sport mit dem Xiaomi Mi Band 4 im Video

Extrem schnell reagierender Touchscreen

Außerdem muss man bei den meisten günstigen Fitness-Armbändern über einen Touchscreen Button die Anzeigen wechseln. Das ist während des Laufens oder Radfahrens extrem nervig. Bis man beim richtigen Screen ist, muss man teilweise 3-4 drücken . Durch das sehr schnell reagierende Touchscreen-Display des Mi Band 4 kann man mit einem schnellen Wischen sofort in den richtigen Bildschirm kommen. Außerdem kann man die Darstellung über die App ändern, was ebenfalls sehr angenehm ist.

GPS über das Smartphone nutzen während des Trainings

Gerade beim Laufen oder Radfahren ist es sehr sinnvoll, das Smartphone mit dem Mi Band 4 zu verbinden. Dann greift der Tracker auf die GPS Daten des Smartphones zurück und liefert exakte Trainingsdaten. Gerade damit kann ich beim Laufen Zwischenzeiten über die Trainingskilometer, genaue Distanzen und Pulsentwicklungen auf der Laufrunde genau nachvollziehen. Da die komplette Trainingseinheit dann auch über Google Maps in der App dargestellt wird.

Streckenaufzeichung beim Laufen in der MiFit App mit Angaben zu den Leistungsdaten (geht noch weiter nach unten mit viel mehr Infos – siehe oben)
Hier kann man exakt sehen auf welchen Streckenabschnitten, welche Zwischenzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten erreicht worden sind. Für mich sehr sinnvoll beim Training.

Unmittelbare Übertragung der Daten in die MiFit App

Die Daten vom Tracker werden während der Trainingseinheit direkt über Bluetooth an die App übertragen. So kann man auch das Smartphone aus der Tasche ziehen und die Informationen auf der Startseite der MiFit App ablesen. Diese Startseite kann man fixieren, so dass das Display nicht ausgeht und man direkt alle wichtigen Trainingsdaten sehen kann. Denn welche Messdaten auf der Startseite angezeigt werden während des Workout, das kannst Du in der App frei einstellen. Für mich eine der sehr guten Funktion bei diesem Fitness-Tracker von Xiaomi.

Ist das Xiaomi Mi Band 4 ein echter Schwimmtracker?

Illustration Schwimmtracker

Sehr gefreut habe ich mich auf diese neue Sportart. Denn das Vorgängermodell konnte Schwimmtraining nicht aufzeichnen. Hier hat der Hersteller noch eine Sportart mit draufgelegt. Schwimmen ist bei einem günstigen Tracker in der Regel nie enthalten, da es eine Extra-Programmierung bedarf und natürlich muss das Gerät dann auch eine höhere Wasserdichtigkeit aufweisen. Die meisten Armbänder kann man zwar unter der Dusche an behalten, aber eben nicht zum Schwimmen.

Trainingsdaten nach dem Schwimmen

Wasserdicht mit 5 ATM

Das Mi Band 4 ist wasserdicht bis zu 5 ATM. Allerdings darf man das nicht verwechseln mit der wirklichen Wasserdichtigkeit. Das bedeutet im Alltag, dass man das Armband natürlich in der Dusche tragen kann und auch damit schwimmen gehen kann. Allerdings ist tiefes Tauchen nicht möglich. Der Wasserdruck wird dann einfach zu hoch. Hierfür braucht man teure Sportuhren mit entsprechender Wasserdichtigkeit und vor allem Widerstandsfähigkeit gegen hohen Wasserdruck bis 20 ATM.

Hinweis zur Wasserdichtigkeit von Fitness-Trackern

Da die Informationen der Hersteller hier etwas zweideutig sind, will ich hier eine kurze Erklärung zum Thema Fitness-Tracker und der Angabe „wasserdicht“ geben. Die günstigen Tracker (und auch viele der teureren) sind nicht geeignet zum Tauchen und für plötzlich hohen Wasserdruck (z.B. bei Turmspringen oder Jet Ski fahren). Zwar wird die Wasserdichtigkeit häufig mit bis zu 50 m angegeben, aber diese Tracker halten dem Druck nicht stand in der Tiefe. Dieses Problem ist aufgrund der Definition der IP-Klassen und der ATM Angabe entstanden. mehr Informationen dazu in meinem Artikel zu Schwimmtrackern und meinem Lexikon.

Schwimmtraining möglich: auf jeden Fall

Natürlich muss sich das Schwimmtraining selber ausprobieren und bin dafür in das kühle Nass gestiegen. Ich muss dazu sagen, dass ich kein passionierter Schwimmer bin, aber trotzdem wollte ich das Feature ausprobieren. Schwimmern gehört aber definitiv nicht zu meinen wöchentlichen Sportaktivitäten. Dazu gehört Laufen und Krafttraining. Trotzdem wollte ich die neue Schwimmfunktion natürlich ausprobieren und bin ins lokale Freibad gegangen, um ein paar Bahnen zu ziehen.

 

Auch der SWOLF-Wert wird durch den Tracker berechnet. Praktisch für ambitionierte Schwimmer.

Startet man das Programm Schwimmtraining, dann zeichnet das Xiaomi Mi Band 4 die Anzahl der Armschläge auf und erkennt welchen Schwimmstil man nutzt. Bedeutet in der Praxis: Brustschwimmen oder Kraulen. Ob er auch andere Schwimmstile erkennen, habe ich nicht ausprobiert.

Übrigens wird die Pulsmessung im Wasser ausgeschaltet, da der optische Pulssensor hier keine sinnvollen Daten liefert. Das können nur teure Sportuhren mit entsprechender Schwimmfunktion. Hier würde ich das Polar 370 empfehlen oder das Garmin Vivosport. Beide natürlich in einer völlig anderen Preisklasse zu finden. Außerdem braucht man dafür einen entsprechenden Pulsgurt für das Schwimmtraining. Denn die Pulsmessung am Handgelenk ist noch nicht so weit, um auch im Wasser brauchbare Daten zu liefern.

Schlafmonitoring

Wie jeder Fitness-Tracker kann auch das Xiaomi Band Deinen Schlaf aufzeichnen. Dafür werden die verschiedenen Schlafphasen erkannt und natürlich die Einschlafzeit und Aufwachzeit. Dazu kannst Du Deine Wachphasen in der Nacht ansehen. Interessant sind hier natürlich immer die Werte zu den verschiedenen Schlafphasen. Denn hieran kann man ablesen, wie gesund der Schlaf ist und wie erholt man am nächsten Morgen theoretisch sein sollte.

Schlafanalyse in der App

Gerade über mehrere Wochen sind das interessante Daten, um sein eigenes Schlafverhalten einmal zu überdenken. Bei mir ist aufgefallen, dass ich eine sehr kurze Tiefschlafphase habe, wenn ich nach Mitternacht ins Bett gehe. Sobald ich vor Mitternacht ins Bett gegangen bin, war meine Tiefschlafphase deutlich länger. Dies ist wichtig für die Erholung und deshalb versuche ich inzwischen immer schon etwas vor Mitternacht ins Bett zu gehen, wenn ich am nächsten Tag etwas wichtiges vorhabe. Beispielsweise mein Lauftraining.

Tatsächlich lässt sich die Schlafaufzeichnungen schlecht testen. Hier muss man einfach nach Gefühl gehen. Ob die Schlafphasen so richtig abgebildet werden kann ich nicht wirklich testen und das lasse ich deswegen. Interessant ist die permanente Pulsmessung im Schlaf, um hier weitere Informationen zu bekommen. Denn je tiefer der Puls, desto tiefenentspannter Dein Schlaf. Daraus leitet der Tracker natürlich auch Deine Schlafphasen ab

Hinweis: Ich nutze inzwischen sehr gerne die Wecker-Funktion bei meinen Fitness-Trackern. Das kann auch das neue Band von Xiaomi. Durch eine Vibration wird man sanft am Morgen geweckt. Mir viel lieber als ein aufdringlicher Wecker, den ich dann noch irgendwie in den Schlafmodus versetzen muss. Am Armband drückt man einfach nur kurz auf den Touchscreen und schon kann man noch ein paar Minuten weiter schlafen, bevor das Armband wieder sanft vibriert.

Benachrichtigungsfunktionen im Xiaomi Mi Band 4

Über die Benachrichtigungsfunktion des Vorgängermodells musste ich immer viele schlechte Bewertungen bei den Online-Shops lesen. Allerdings war das nicht die Schuld des Trackers, sondern der Benutzer. Denn aus Datenschutzgründen muss man die Benachrichtigungsfunktion vom Smartphone extra in Android genehmigen. Erst dann funktioniert es. Eine Sicherheitsfunktion von Android. Wenn es also bei Dir nicht gleich hinhaut, dann musst Du in den Einstellungen Deines Smartphones nach dieser Funktion suchen. Dann kannst Du die MiFit App genehmigen und schon können die Anrufe, SMS und App-Benachrichtigungen weitergeleitet werden.

Welche Apps dürfen Dich benachrichtigen? Such es Dir einfach aus

In der App kannst Du wählen, welche Apps auf dem Smartphone eine Benachrichtigung auf das Armband weiterleiten können. Damit kannst Du verhindern, dass Du ständig mit irgendwelchen Nachrichten auf dem Armband genervt wirst. Denn natürlich vibriert das Armband auch jedes Mal. Wenn Du viele WhatsApp bekommst oder Facebook-Benachrichtigungen, dann kann das nerven. Deshalb habe ich Facebook zum Beispiel deaktiviert. Diese Möglichkeit finde ich sehr praktisch. Hier in den Einstellungen kannst Du einfach die Apps auswählen.

Bei Anrufen wird der Name aus dem Adressbuch auf den Display angezeigt. In der App kann man einstellen nach wie häufigem Klingeln auf dem Smartphone die Benachrichtigung auf das Armband weitergeleitet wird. So wirst Du nicht immer benachrichtigt, sondern nur wenn das Smartphone beispielsweise schon dreimal geklingelt hat. Vielleicht hast Du es einmal lautlos und hörst es nicht. Dann vibriert das Armband und Du siehst auf dem Display wer versucht Dich zu erreichen.

In meinem Test hat die Benachrichtigungsfunktion einwandfrei funktioniert. Hier gibt es nicht zu kritisieren und es gibt die Bestnote sehr gut (1,0).

Hinweis: eine nette Zusatzfunktion ist übrigens die Möglichkeit Dein Smartphone vom Armband aussuchen zu lassen. Auch die Lautstärke und Musik kann auf dem Smartphone vom Armband ausgesteuert werden.

Der Akku: einfach sehr gut im Test

Ein wenig Bedenken hatte ich bei der Akkulaufzeit des neuen Xiaomi Mi Band 4. Denn das Vorgängermodell hat über 20 Tage durchgehalten und das ist einer der Gründe, warum es mein Lieblings-Armband ist. Denn Du musst nicht alle 3-6 Tage das Teil laden. Mich nervt das persönlich.

Die Akkulaufzeit des Mi Band 3 hatte ich selber im Test geprüft. Tatsächlich hielt das Armband 21 Tage durch ohne zu laden. Und das trotz zahlreicher Trainingseinheiten, permanente Pulsmessung und einem häufigen Gebrauch des Displays. Denn in meinen Tests benutze ich das natürlich überdurchschnittlich oft.

Da jetzt ein größeres Farbdisplay eingebaut ist, dachte ich gleich das der Akku immer nicht mehr so lange hält. In meinem Test hielt der Akku 11 Tage durch ohne zu laden. Das ist immer noch überdurchschnittlich gut, aber der Akku muss dem neuen Display Tribut zollen.

Schnelle Ladezeit

Gut ist die sehr schnelle Ladezeit des Akkus. Ungefähr eine halbe Stunde dauert es und das Mi Band 4 ist wieder komplett aufgeladen. Dafür einfach den kleinen Tracker aus dem Armband herausdrücken und in die USB-Ladeschale einschieben. Fertig.

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Stärken und Schwächen im Test

Stärken

  • Sehr lange Akkulaufzeit mit 11 Tagen
  • AMOLED-Farbdisplay mit guter Darstellung
  • verschiedene Watchfaces zum Download
  • neue Sportart schwimmen (im Vergleich zum Vorgängermodell Mi Band 3)
  • Sehr gute MiFit App (im Vergleich zu anderen günstigen Trackern)
  • Sehr genaue Messdaten bei Schrittzähler und Pulsmessung
  • extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Schwächen

  • Kein optischer Leckerbissen
  • Keine automatische Erkennung von Sportarten
  • Kein GPS (über Smartphone möglich)

Die Testnote und mein Urteil

Insgesamt hat mich das Xiaomi Mi Band 4 in meinem Test absolut überzeugt. Für 39 Euro habe ich einen guten Tracker bekommen. Natürlich gibt es Einschränkungen bei diesem Preis, wie z.B. wenige Sportarten, kein GPS und keine automatische Sportarten-Erkennung. das ist bei dem Preis einfach so. Die Messungen beim Puls, der Schrittanzahl und die Aufzeichungen beim Sport sind allerdings sehr genau. Hier hatte ich noch keinen besseren Tracker unter 100 Euro im Test. In der Preisklasse unter 100 Euro bekommt das Xiami Mi Band 4 von mir die Testnote 1,3.

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