Garmin Vivosmart 4 – Im Test mit Note 1,6 beim Testmagazin

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Im dritten Quartal 2018 ist das Garmin Vivosmart 4 Armband auf dem Markt gekommen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde es optisch überarbeitet und hat tatsächlich noch ein paar Überraschungen bei den Funktionen zu bieten. Darunter eine Analyse und Anzeige der Leistungsreserven. Im Magazin Guter Rat konnte das Fitness Armband im Test mit der Note 1,6 (in Ausgabe 02/19) überzeugen.

Garmin Vivosmart 4 vorne
Das Garmin Vivosmart 4 mit Pulsoximetrie und Body-Battery

Wie üblich hat Garmin pünktlich zur IFA 2018 ihren neuen Fitness-Tracker vorgestellt. Das Vivosmart 4 ist der Nachfolger des sehr erfolgreichen Vivosmart 3 Fitnesstracker. Die Zielgruppe ist hier auch wieder eher der Nutzer im Alltag. Wie ich immer wieder hier betone ist für ambitionierte Sportler ein Fitness-Tracker in aller Regel keine Alternative zu einer sehr guten Sportuhr. Das ist auch bei diesem Fitness-Armband der Fall.

Garmin hat für das Vivosmart 4 ein deutlich moderneres und dezenteres Design gewählt. Der Funktionsumfang des Fitness-Trackers wurde dabei tatsächlich noch mal deutlich aufgewertet.

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Vorteile und Nachteile im Check

  • Deutlich mehr Funktionen als das Vivosmart 3
  • Der Tragekomfort ist außergewöhnlich gut
  • Die Messgenauigkeit ist hoch und wurde noch mal verbessert
  • Als Schwimmuhr verwendbar, da bis 50 m wasserdicht
  • Eine der besten Apps unter den Fitness-Trackern
  • Der Tracker kann Sportarten- und Aktivitäten automatisch erkennen und protokollieren mit Move IQ von Garmin (mehr dazu)

Nachteile

  • Die automatische Sportarten- und Aktivitätserkennung Move IQ arbeitet nicht 100 % exakt
  • Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es das Protokoll der Aktivitäten nicht mehr direkt auf der Uhr, so sondern nur noch auf der App

Der Lieferumfang im Check

Das Garmin Vivosmart 4 Fitness-Armband gibt es auch in 4 verschiedenen Farben:

  • Dunkelrot,
  • Hellblau,
  • Hellgrau
  • und Schwarz

steht hier zur Auswahl.

Es gibt zwei verschiedene Größen, je nachdem was hier bevorzugt wird. Meistens werden Frauen zur kleineren Version und Männer zur größeren Version greifen. Vom Preis gibt es hier bei den meisten Händlern keinen Unterschied. Zum Zeitpunkt meines Berichts zahlte man bei günstigen Händlern um die 120 € für das Armband.

Die Abmessungen der zwei verschiedenen Größen:

  1. Variante S/M mit 197 mm x 10,5 mm x 15 mm und 16,5 g (ideal für einen Handgelenkumfang von 122-188 mm)
  2. Variante L mit 15 x 10,5 x 223 mm und 17,1 g (ideal für einen Handgelenkumfang von 148-215 mm)

Natürlich fällt gleich ins Auge, dass der Tracker unglaublich leicht ist. Ein echtes Plus für die neue Garmin.

Geliefert wird der Fitness-Tracker mit einem USB-Ladekabel und eine kleine Anleitung. Diese dient dafür den Tracker mit dem Smartphone zu synchronisieren und die erste Einrichtung vorzunehmen.

Verarbeitung im Test

Wie den zahlreichen positiven Erfahrungsberichten auf Amazon und anderen Bewertungsplattformen zu entnehmen ist, ist die Verarbeitung des Vivosmart 4 absolut ohne Makel. Beschwerden über schlechte Verarbeitung am Armband oder den Tracker gibt es nicht. Zumindest habe ich keine gefunden. Hingegen gibt es viel Lob für das gelungene, schlanke Design des Fitness-Armband mit einem extrem geringen Gewicht und angenehm zu tragendem Armband.

Material

Wo wir schon beim Material wären. Das Armband selber ist aus einem hochwertigen Silikon hergestellt, das sehr angenehm zu tragen ist. Laut zahlreichen positiven Bewertungen. Das Display ist mit Polycarbonat geschützt und der Verschluss ist aus Aluminium. Der Verschluss ähnelt dem einer ganz normalen Armbanduhr, oder einer hochwertigen Sportuhr. Es ist nicht der klassische Fitness-Tracker Haken und Ösen Verschluss.

Das Display im Check

Die Garmin Vivosmart 4 hat ein OlED-Touchdisplay, wie es bei Fitness-Armbändern üblich ist. Die Displaygröße liegt bei 6,6 x 17,7 mm und ist auch bei direkter und starker Sonneneinstrahlung sehr gut ablesbar. Eine Stärke von Garmin Trackern. Die Auflösung des Displays liegt bei 48 x 128 Pixel. Ein üblicher Wert.

Die Funktionen des Garmin Vivosmart 4

Illustration Etagenmessung beim Fitness Tracker
Das Garmin Vivosmart 4 kann Etagen zählen. Verantwortlich dafür ist ein Höhenmesser.

Im Vergleich zum Vorgängermodell hat es der Hersteller Garmin mit dem Vivosmart 4 noch mal besser beim Funktionsumfang gemeint. Schauen wir uns einmal die wichtigsten Funktionen genauer an.

  • Schrittzähler mit Messung der zurückgelegten Distanz und des Kalorienverbrauch.
  • Etagen-Tracking durch eingebauten Höhenmesser.
  • Herzfrequenzmessung mit optischer Pulsmessung am Handgelenk.
  • Messung der Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2) über den Pulse Ox-Sensor, was für mich tatsächlich eine coole Funktionen ist.
  • Messung der Leistungskapazität über verschiedene Zeitperioden am Tag durch Erfassung des Stressniveaus.
  • Benachrichtigungsfunktion (Anrufe, Smartphone-Apps wie WhatsApp etc. und SMS).
  • Alarmfunktion. Kann natürlich auch als Wecker verwendet werden.
  • Musik-Wiedergabe auf dem Smartphone kann über das Fitnessarmband gesteuert werden.

Tatsächlich hat das Vivosmart 4 Armband einige Funktionen, die relativ außergewöhnlich sind für einen Fitness-Tracker in dieser Preisklasse. Damit meine ich natürlich die Messung des individuellen Stresslevel durch Erfassung, Protokollierung und Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HR V) über den Tag. Außerdem ist die Messung der individuellen Sauerstoffsättigung im Blut durch den eingebauten Pulse Ox-Sensor keine alltägliche Funktion.

Body Battery Funktion

Garmin hat mit der Body-Battery Funktion daraus eine Analyse des Energiehaushalt entwickelt. Dadurch wird die Leistungskapazität des Körpers zu verschiedenen Zeitpunkten des Tages prognostiziert. Mit entsprechenden Empfehlungen kann man seine sportlichen Aktivitäten und Ruhephasen besser planen. Meiner Meinung nach eine wirklich nette Spielerei. In dieser Preisklasse finde ich das bemerkenswert. Da kann ein großer Konkurrent in diesem Preisbereich nicht mithalten. Ohne jetzt hier Namen nennen zu wollen.

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Schwimmtracker – auch für Schwimmer perfekt geeignet

Schwimmen Fitness tracker IllustrationDas Garmin Vivosmart 4 ist auch für Schwimmer und solche die es werden wollen geeignet. Mit einer Wasserdichtigkeit bis zu 50 m kann man das Armband auch beim Schwimmen und sogar beim Tauchen verwenden. Durch die automatische Aktivitätserkennung von Garmin braucht man nicht einmal das Training manuell zu starten.

Das Vivosmart 4 erkennt recht zuverlässig welche Aktivität Du geradeaus übst. Hundertprozentig genau ist es aber auch laut Bewertungen nicht. Aber das hat bisher kein Hersteller geschafft, das kann ich aus zahlreichen Testberichten von Fitness-Armbändern sagen.

Auf die außergewöhnlichen Funktionen will ich hier noch etwas genauer eingehen, da sie einfach nicht Standard sind.

Die Sauerstoffsättigung im Blut

Das Garmin Vivosmart 4 hat einen speziellen Sensor eingebaut, der die Sauerstoffsättigung in Deinem Blut relativ genau messen kann. Garmin nennt diesen Sensor Pulse Ox-Sensor (mehr dazu bei Garmin). In der App kann man dann die Sauerstoffsättigung über die Zeit betrachten. Die Messung ist laut Garmin abhängig vom Gesundheitszustand und vom eigenen Level der Fitness. Auch wenn es nur Fachleuten etwas sagen wird, aber durch die Pulsoximetrie (mehr bei Wikipedia) kann eingeschätzt werden wie der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Hieraus können Ableitungen über Deinen sportlichen Level und Deine Gesundheit gezogen werden.

Funktion Body Battery: Herzfrequenzvariabilität (HFV) und Stresslevel

optischer Sensor Pulsmessung IllustrationDieser Funktion kann das Vivosmart 4 Daten zum Stresslevel und der Herzfrequenzvariabilität erfassen. Dazu kommen die Schlafdaten und Aktivitätsdaten, um daraus Deinen aktuellen Energielevel zu berechnen. Hier werden sozusagen die Dir zur Verfügung stehenden Energiereserven angezeigt. Herangezogen werden diese Informationen für die bessere Tagesplanung.

Wann sollte man sportliche Aktivitäten einbauen und wann sollte man sich eher erholen. Die Anzeige ist einfach zu interpretieren. Je höher die angezeigte Zahl ist, desto eher bist Du wieder bereit Dich in eine Aktivität zu stürzen. Ist der Wert gering, dann sollte man eine Ruhephase machen.

Natürlich sind diese Daten nicht 100 % genau und auch etwas Spielerei, aber trotzdem finde ich das praktisch. Schaut man sich nämlich die Daten über die letzte Woche an, dann kann man Rückschlüsse darauf ziehen wie das eigene Verhalten und die Aktivitäten im Alltag sich auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirken. So können Trainingseinheiten tatsächlich besser geplant werden.

Stresslevel – haben wir nicht alle Stress?

Stress zu haben ist unheimlich angesagt heutzutage. Wer keinen Stress hat, der gilt schließlich als faul und träge. Eine schlechte Entwicklung, wie ich finde. Tatsächlich gibt es aber Phasen wo man wirklich Stress hat. Dies kann durch Druck auf der Arbeit, Krankheit oder Überbelastung beim Sport sein. Vielleicht hast Du auch mal eine Vorbereitung auf einen Marathon gemacht. Dann weißt Du was ich meine. Das Garmin Vivosmart 4 zeigt Dir an wie gestresst Du wirklich bist. Über den Zeitraum eines Tages wird dabei die Herzfrequenzvariabilität genau im Auge behalten.

Mein Hinweis: unter der Herzfrequenzvariabilität versteht man das Zeitintervall zwischen jedem Herzschlag.
Sensor Herzfrequenzmessung Fitness-Armband
Die Technologie Photoplethysmographie (PPG) erlaubt eine Herzfrequenzmessung mit Licht am Handgelenk.

Das sind natürlich Daten aus der Herzfrequenzmessung. Hier kann die Software Rückschlüsse auf Deinen Stresslevel ziehen, da ein hoher Puls Stress bedeutet. Je nachdem wie diese Daten über den Tag verlaufen, kann man Rückschlüsse auf Deinen persönlichen Stresslevel ziehen. Bist Du eher ein Dauerstresser oder kannst Du zwischendurch auch mal entspannen.

Witzige Funktion: in der Garmin Connect-App kannst Du übrigens eine Entspannungserinnerung einstellen. Finde ich witzig. Sollte Dein Stresslevel auf der Arbeit zum Beispiel einfach zu hoch werden, dann vibriert das Armband und meldet Dir das Du einen Moment lang entspannen solltest. Das kannst ja dann Deinem Chef vor die Nase halten. Natürlich nur ein Scherz am Rande. Aber der Gesundheit sollte das nicht abträglich sein. Vielleicht könnte man in diesem Moment eine Atemübung machen, um den Puls wieder zu senken und wieder klar denken zu können.

Anzeige von Benachrichtigungen auf dem Fitness-Armband

Benachrichtigungsfunktionen Fitness Armband IllustrationFür mich eigentlich immer noch nicht ganz verständlich, warum man alle möglichen Benachrichtigungen auf seinem Fitnessarmband braucht. Denn das Ganze funktioniert bei jedem Fitness-Tracker ohne eigene Sim-Karte nur über das Smartphone. Habe ich das Smartphone dabei, dann brauche ich nicht unbedingt noch ein vibrieren des Armbands bei jeder WhatsApp. Natürlich lässt sich das optional aktivieren oder deaktivieren.

Wer’s also braucht, der bekommt mit dem Vivosmart die meisten Benachrichtigungen vom Smartphone oder Tablett auf das Armband. Natürlich werden auch Anrufe angezeigt, SMS und alle möglichen Smartphone-Apps. Darunter WhatsApp, Facebook und weitere.

Mein Hinweis: bei allen Fitness-Armbänder ohne SIM-Karte (die Regel) ist diese Funktion von vielen einfach total überschätzt. Wer einmal versucht hat auf den kleinen Displays der Fitness-Tracker seine WhatsApp zu lesen, der weiß was ich meine. Da man das Smartphone sowieso immer dabei haben muss, weil die Verbindung bestehen muss um benachrichtigt zu werden, macht das für mich keinen großen Sinn.

Die Garmin connect App

Garmin connect App

Neben der Fitbit App ist die Garmin connect App (Download bei Play Store | iTunes) einfach die beste App auf dem Markt. Für mich persönlich ist die App von Fitbit noch einen Tick besser, aber das mag Geschmackssache sein. Die Garmin connect App ist definitiv sehr gut. Übrigens ist das für mich immer ein Argument gewesen warum Billig-Tracker nicht unbedingt meine erste Wahl sind. Denn die Apps sind teilweise sehr spartanisch und bieten bei weitem nicht die Möglichkeiten von Garmin oder Fitbit.

Auf der App bekommt man eine schnelle Übersicht über die aktuellen Tageswerte. Dazu die Werte des Vortages und der ganzen Woche. Die Menüführung geht von hier aus einfach und schnell in die verschiedenen Bereiche. Was ich persönlich sehr gut finde ist der Vergleich mit anderen Nutzern. Hier kann man sehen wie viel schlechter oder besser man im Vergleich zu anderen Garmin Usern abschneidet.

Übrigens kann man das natürlich abstellen, wenn man hier Probleme mit dem Datenschutz hat. Das ist ja auch ein Thema was in Deutschland sehr angesagt ist. Jeder rennt mit seiner Payback Karte in den Laden und hat das Smartphone mit aktiviertem GPS immer dabei, aber man hat Angst einen anonymen Puls an Garmin zu senden. Naja, typisch deutsch.

Ich finde es jedenfalls motivierend, wenn mir in der App angezeigt wird, dass sich mehr Treppensteigen als 88 % der anderen Benutzer. Auch die Schritte können so verglichen werden.

Garmin Vivosmart 4 im Test – die besten Testberichte in der Übersicht

Zum Zeitpunkt meines Berichts ist der Vivosmart 4 von Garmin noch nicht so lange auf dem Markt. Deshalb gibt es noch nicht ganz so viele gute Testberichte. Hier habe ich zwei herausgesucht, die ich gut finde. Der erste ist von Computer Bild (zum Test) und der andere vom Magazin AskGeorge.Das Fazit hier „die Vivosmart 4 von Garmin funktioniert einwandfrei und ist ein rundum gelungener Fitness-Tracker“. Finde ich auch.

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Mein Fazit

Das Vivosmart 4 ist ein sehr guter Fitness-Tracker. Selbst gegen deutlich teurere Modelle kann sich dieses Fitnessarmband gut halten. Die außergewöhnlichen Funktionen und die Messgenauigkeit bei den Standard-Funktionen ist einfach gut. Beeindruckend ist das unglaublich leichte Gewicht und die kompakten Abmessungen.

Das Armband fällt im Alltag kaum am Handgelenk auf. Wie bei den meisten Fitness-Trackern üblich ist leider die automatische Erkennung der Aktivitäten nicht 100 % zuverlässig. Je nachdem um welche Sportart oder Aktivität es sich handelt, liegt das Armband schon mal daneben.

Quellen und Links

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